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Chemie



Klebstoffe kleben (fast) alles

Schon vor 4000 Jahren wurde geklebt. Die Sumerer fanden damals heraus, daß beim Auskochen von Tierhäuten und -knochen eine klebrige Masse entsteht - das Glutin. Mit diesem Knochenleim konnte man Holzstücke zusammenkleben.

Die erste Glutinfabrik bauten 1690 die Holländer. Damals kamen gerade Holzfurniere in Mode. Dazu brauchte man viel Klebstoff. Kleber, die verschiedene Materialien verbinden können - beispielsweise Holz mit Leder oder Stoff mit Papier ­ wurden aber erst in unserem Jahrhundert erfunden. Moderne Kleber enthalten keinen Knochenleim, sondern Kunstharze und Kunststoffe. Damit lassen sich Metalle, Kunststoffe, Keramik, Glas, Holz und viele andere Substanzen perfekt und dauerhaft verbinden; sie bleiben auch unter extremen Bedingungen beisammen.

Heute werden in Deutschland jährlich 500000 Tonnen Klebstoff produziert und es gibt 25000 verschiedene Klebstoffmarken. Manche dieser Superkleber haben unglaubliche Eigenschaften. So kann man ein Auto an eine nur streichholzschachtelgroße Fläche ankleben und hochheben. Viele Klebstoffe halten mehrere hundert Grad aus; sie werden im Motorenbau eingesetzt.

Geklebt wird heute überall: Fahrradrahmen, Autos und Flugzeuge werden zusammengeklebt, sogar Raumfähren. Chirurgen kleben Knochenbrüche und Operationswunden. Und auch der Zahnarzt klebt seine Füllungen paßgenau ein.

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Autor: Rolf Lohberg