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Chemie



Wohlgeruch kann man messen

Parfüm ist Geschmacks- oder, besser gesagt, Geruchssache. Viele Menschen lieben es, auf künstliche Weise gut zu riechen. Andere finden es unnatürlich und überflüssig. Schon die Ägypter hatten 3500 v Chr. Werkstätten, in denen sie wohlriechende Salben herstellten.

Am meisten Parfüm brauchte man in der Zeit nach dem Mittelalter. Damals war es nämlich nicht üblich, daß man badete oder sich richtig wusch. Man besprühte sich lieber mit Duftwässerchen.

Heutzutage werden Parfüme aus zahllosen verschiedenen Substanzen hergestellt. Darunter sind pflanzliche Öle und tierische Ausscheidungen, aber auch viele synthetische Stoffe. Die ölhaltigen Zutaten gewinnt man vor allem aus den Blüten frischer Blumen. Rosen, Nelken, Hyazinthen, Mimosen, Veilchen und Jasmin. Rosenöl ist sehr kostbar. Auch Jasminessenz ist teuer. Ein Kilo kostet bis zu 10 000 Euro.

Die tierischen Ausscheidungen benutzt man, um die Duftstoffe zu festigen. So verhindert man, daß sich der Geruch des Parfüms sofort verflüchtigt. Zu diesen Substanzen gehört Ambra, eine Ausscheidung der Pottwale.

Spezialisten unterscheiden heute mehr als 10000 verschiedene Duftnuancen. Eine menschliche gute Nase kann davon nur etwa 300 unterscheiden. Deshalb wurde für die Parfümindustrie eine "Riechmaschine" entwickelt. In die schüttet man einen winzigen Tropfen Parfüm. Der wird dann unter hohem Druck durch eine Spirale gepreßt, die mit feinem Quarzsand gefüllt ist.

Jeder Stoff besteht aus Molekülen. Die sind zwar allesamt winzig, aber doch verschieden groß. Je nach ihrer Größe werden sie mehr oder weniger schnell durch die Spirale gepreßt. So zersetzt sich das Parfüm in einzelne gasförmige Riechstoffe. Die werden von der Maschine gemessen und aufgezeichnet. So läßt sich Wohlgeruch messen.


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Autor: Rolf Lohberg