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Pflanzen



Druck durch Osmose

Könnt Ihr Euch vorstellen, daß ein kleiner Pflanzensprößling stärker als ein Preßluftmeißel ist?

Immer wieder seht Ihr auf dem Gehsteig Grashalme, Löwenzähne oder Huflattich, die aus Löchern im Pflaster wachsen. Diese Löcher haben sie regelrecht durch den Asphalt gesprengt. Wie kann das sein?

Die Sprößlinge der Pflanzen beziehen ihr Wasser aus den Wurzelstöcken, die unter dem Asphalt liegen. Dieses Wasser wird von Zelle zu Zelle durch "Osmose" hinauf transportiert. Das heißt: Das Wasser wandert durch Zellwände, die es nur in einer Richtung durchlassen, verdünnt damit den Zellsaft und erhöht gleichzeitig den Druck in den Zellen. Dieser Druck wird in den Spitzen der kleinen Pflanzen gewaltig groß: bis zu 20 Atmosphären. Ein Preßluftmeißel, der bei Straßenarbeiten benutzt wird, arbeitet mit einem Druck von vier bis sieben Atmosphären. Kein Wunder, daß sich die Pflanzen durch das Pflaster bohren!

In einem kleinen Experiment könnt Ihr die Auswirkungen der Osmose beobachten: Gipst eine Reihe trockener Erbsen in eine Zigarettenschachtel ein und gießt dann Wasser über den hart gewordenen Gipsblock! Nach einiger Zeit wird er durch den Druck der sich ausdehnenden Erbsen in viele Stücke gesprengt.

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Autor: Rolf Lohberg