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Pflanzen



Wie die Brennessel Gift spritzt

Bestimmt seid Ihr schon einmal barfuß in Brennesseln getreten oder habt sie angefaßt. Dann wißt Ihr, wie das brennt. Die Haut rötet sich, es gibt kleine Bläschen. Und es juckt noch lange. Wie kommt das?

Stiel und Blätter der Brennessel sind mit einem Pelz aus winzigen, ganz harmlosen Härchen bedeckt. Dazwischen aber gibt es weißliche Haare, die etwas länger sind: etwa zwei Millimeter. Das sind die Brennhaare. Jedes Brennhaar ist eine mit Gift gefüllte Ampulle. Das Gift wird an der Wurzel des Haares in einem verdickten Kolben gebraut und aufbewahrt. Es steht unter Druck. Der hohe Haarschaft wird nach oben immer dünner und ist durch Kalk versteift. An der Spitze endet er in einem Köpfchen. Die Nahtstelle zwischen Köpfchen und Haarschaft ist brüchig. Wird die Spitze nur leicht berührt, so bricht das Köpfchen ab. Damit wirkt das Haar wie eine Injektionsspritze. Die schräge, scharf zugespitzte Bruchnaht ritzt die Haut und das unter Druck stehende Gift spritzt in die Wunde.

Das Gift ist in den kleinen Mengen, die solch eine Pflanze abgeben kann, zwar unangenehm, aber ganz unschädlich. Aber warum hat die Brennessel Gift? Sie wehrt sich damit gegen Tiere. Natürlich dringen die Härchen nicht durch das Fell von Kühen oder Ziegen. Aber auf deren Zungen wirkt das Gift empfindlich. Gegen alle Tiere schützen die Brennhaare freilich nicht. Den Schnecken und auch vielen Raupen macht das Gift nichts aus.

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Autor: Rolf Lohberg