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Pflanzen



Hohle Bäume müssen nicht sterben

Die Rinde schützt einen Baum vor Verletzungen, damit das Holz im Inneren hart und fest bleibt. Dieser Schutzmantel kann beschädigt werden - durch Blitzschlag, durch Menschen, die etwas hineinschneiden, oder auch durch Tiere. Insekten stechen kleine Löcher in die Rinde und legen dort ihre Eier ab. Holzbohrerraupen fressen Gänge in das Holz, Spechte schlagen Löcher in die Rinde, um Larven herauszuholen. Pilzarten können durch solche Löcher in die Rinde eindringen, sich dort ansiedeln und das Holz zerstören.

Auch etliche Arten von Bakterien ernähren sich von Holz. Auf diese Weise können die Löcher im Baum immer größer werden - und eines Tages ist der Stamm hohl. Deshalb braucht er aber noch lange nicht tot zu sein. Viele hohle Bäume haben noch grüne Blätter. Wie kommt das?

Der Kern eines Baumstamms hat nur die Funktion eines Gerüstes. Wichtig für das Leben ist die Schicht, die direkt hinter der schützenden Rinde liegt. Dort ziehen sich langgestreckte dünne Röhrchen hin - die" Tracheiden" -, die Wasser und Nährsalze aus dem Boden bis in die Blätter leiten. Andere Röhrchen versorgen den Stamm mit lebenswichtigem Material, das sich in den Blättern bildet. Solange die Röhrchen unter der Rinde unbeschädigt sind, können alle Teile des Baumes versorgt werden. Doch ein Stachelschwein kann einem großen, kräftigen Baum den Tod bringen. Stachelschweine haben nämlich die Angewohnheit, einen dünnen Streifen Rinde rings um den Stamm abzufressen. Solch ein geringelter Baum stirbt bald, weil seine Lebensmittelversorgung unterbrochen ist.

Jetzt wißt Ihr auch, warum mancher Weihnachtsbaum schnell seine Nadeln verliert, auch wenn er in einem mit Wasser gefüllten Ständer steht. Beim Einpassen in den Ständer wird der Baum meist zugespitzt. Dabei wird die Rinde entfernt - und der Baum kann gar kein Wasser mehr aufnehmen.

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Autor: Rolf Lohberg